Tiergestützte Pädagogik

 

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Wer mit Tieren lebt, weiß, dass sie vielfältige Wirkungen auf Körper, Geist und Soziales Miteinander von Menschen haben.

 

Diese Wirkungen genauer zu bestimmen und in der Arbeit mit Menschen gezielt einzusetzen, war das Ziel meiner 1 1/2 jährigen Fortbildung in „Tiergestützter Pädagogik“ am Institut für Soziales Lernen mit Tieren. Sie endete Anfang Juni 2010 mit einer schriftlichen Arbeit und einer mündlichen Prüfung.

 

Meine Ziegen und Hunde setze ich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen individuell ein. Dies kann am Anfang eines Beziehungsaufbaues sein, um einen emotionalen Zugang in der Betreuung herzustellen oder auch, um Alltagssituationen in der Herkunftsfamilie physisch und emotional verlassen zu können.

 

Die Ziele Tiergestützter Pädagogik gliedern sich in folgende Bereiche (nach Otterstedt, Dr. Carola in „Mensch und Tier im Dialog“):

 

Ziele

Natur-Mensch-Tier-Begegnung

  • Natur beobachten
  • Entwicklungen und Gesetze der Naturkennenlernen
  • Vermittlung von artgerechter Tierhaltung
  • natürliche Produkte (z.B. Milch) im Gesamtzusammenhang kennenlernen
  • richtiges Verhalten führt zu Verhinderung von Missverständnissen zwischen Mensch und Tier, Unsicherheits- und
  • Angstabbau im Tierkontakt, Verringerung des Unfallrisikos
  • Respekt und Achtung vor Tier und Natur erleben und vermitteln

Wahrnehmungsschulung

  • Entspannungsmomente im ruhigen Beobachten von Tieren kennenlernen
  • taktile Attraktionen schaffen (positiven Körperkontakt zulassen können
  • Emotionen ausdrücken dürfen, emotionale Bindungen aufbauen
  • Auseinandersetzung mit Geburt, Leben, Krankheit, Sterben, Trennung, Umgang mit Trauer

Alltagstaugliche Fähigkeiten lernen

  • Übernehmen von altersgemäßer Verantwortung
  • Handlungen der Pflege und Versorgung eines Wesens kennenlernen
  • Alltagsstrukturen kennenlernen: Nahrungsbeschaffung, Ausmisten

Soziales Handeln

  • alternative, sinnerfüllte Freizeitbeschäftigung
  • Sozialkontakte pflegen
  • miteinander handeln, nicht solitär
  • Erleben von positiven Erfolgen bei Verbindlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und sozialem Einsatz
  • Verringerung des Gewaltpotentials, Prävention
  • Achtung vor Gegenständen der Tierhaltung kann zur Verringerung allgemeiner Sachbeschädigung führen
  • Zunehmende kompetenz in der Versorgung der Tiere und in der Kommunikation mit ihnen schafft auch Gelassenheit im Umgang mit ihnen und anderen Wesen
  • Durch die erlebte Kompetenz im Umgang mit den Tieren steigt auch die allgemeine soziale Kompetenz gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen sowie das Sozialverhalten im Klassenverband

Kreative Lernprozesse fördern

  • kreatives schöpferisches Handeln (Gehegebau etc.)
  • Selbstgebaute, -geschaffene Gehege und Ställe werden wertvoll und geachtet, es kann sich freude und Stolz auf das Geschaffene entwickeln. Dies ist realer, weil sichtbarer, als eine Schulnote. Der Nutzen ist unmittelbar durch das Leben der Tiere erkennbar.
  • altersübergreifendes Lernen und Handeln
  • Durch Tierkontakt entstehen positive Assoziationen mit den Pädagogen und der pädagogischen einrichtung, Identifikation mit der Schule steigt durch das attraktive gemeinsame Handeln

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